Warum die Frage nach RICHTIG und FALSCH nicht immer klar zu beantworten ist

Richtig oder Falsch?

 

 

 

    Stellen Sie sich diese Frage doch einfach einmal in Bezug auf diese, etwas andere, Weltkarte!

     

     

    Auch wenn viele Menschen versucht sind, die Frage mit einem „es kommt darauf an“ abzubiegen, ist es möglich, diese Frage klar mit JA oder NEIN zu beantworten. Dazu hilft es, die Antwort (RICHTIG / FALSCH) für sich selbst nicht als gegebenen „Fakt“ zu sehen, sondern als das Ergebnis eines internen Abgleichs zu verstehen. 

    Dahinter liegt die Idee, dass wir die Dinge, die wir wahrnehmen (sehen, hören, tasten, riechen, schmecken) mit dem abgleichen, was wir kennen und was wir für uns selbst als richtig gespeichert haben. Dabei können wir unsere

    Wahrnehmung als IST (gegeben / vorhanden) betrachten und unsere Vorstellung als SOLL (gewünscht / richtig) annehmen. 

     

    Machen wir einfach mit der Karte weiter:

    Silvia z.B. ist der Meinung, dass diese Karte falsch ist. Sie gleicht die vorliegende Karte (IST) mit ihrer gelernten – Vorgabe (z.B. auf allen Karten ist Norden oben = SOLL) ab.

        IST ungleich SOLL (Silvia): also ist diese Karte falsch! 


    Klaus dagegen hat einen anderen SOLL-Zustand für sich definiert. Die Erde ist eine Kugel und kann an jeder beliebigen Stelle „aufgeklappt“ werden, also ist die „Lage“ beliebig (SOLL) – und so kommt Klaus zu einem gegensätzlichen Ergebnis:

        IST gleich SOLL (Klaus): also ist diese Karte richtig!


    Somit blicken beide auf dieselbe Karte und gelangen bei der Frage „richtig oder falsch ?“ doch zu gegensätzlichen Ergebnissen. Sie geraten - zumindest wenn jeder darauf beharrt, dass sein Ergebnis DAS RICHTIGE ist - in einen Konflikt. 

    Wo ist die Lösung? An diesem Beispiel wird schnell klar, dass die Lösung nicht darin liegen kann, dass jeder versucht, den anderen von seinem (internen) Ergebnis (richtig / falsch) zu überzeugen. Vielmehr wird es jetzt wichtig sein, dass Silvia und Klaus ihre verschiedenen SOLL Vorgaben abgleichen, um ein gemeinsames Soll (z.B. die Kriterien für eine Weltkarte, die beide als gültig bezeichnen) zu vereinbaren.

    Dann ergibt sich – nach dem Vergleich des (allgemeinen) SOLL mit dem IST – das (gemeinsame) Ergebnis automatisch und ohne Konflikt! Zusätzlich wird klar, dass nicht mehr die Frage nach richtig oder falsch (das IST) im Vordergrund steht, sondern dass es hilfreicher ist, den Bewertungsmaßstab (SOLL) zu besprechen und zu vereinbaren. Oder, alternativ, das SOLL des Anderen zu akzeptieren. Siehe auch Artikel "Echte" Dialoge in diesem Blog (http://www.kemser2.de/blog/echte-dialoge-1).

    Das ist, je nach Thema, nicht immer ganz leicht (z.B. bei beruflichen Arbeitsaufträgen). Der Unterschied zum einfachen Durchsetzen der eigenen Meinung liegt jedoch in der „Veröffentlichung“ der individuellen Vorstellungen und Wünsche, bzw. dadurch in der Konstruktivität des Dialogs und somit in dem ausdrücklichen Willen, ein gemeinsames Ziel zu finden.

    Einladung:

    Spielen Sie dieses Beispiel doch noch einmal anhand einer Präsentation durch, die Klaus als Mitarbeiter für seine Chefin Silvia erarbeiten sollte und die Silvia falsch findet.

    • Was ist das IST?
    • Was sind (vermutet) die unterschiedlichen SOLL?
    • Wie sieht die konstruktive / dialogorientierte Lösung aus?
    • Wie kommen beide ganz schnell in einen echten Konflikt?


    Wer als Ergänzung dazu gerne noch ein Video sieht, findet eine weitere Erklärung hier:

    https://business.facebook.com/kemser2/videos/510180716011115/

     

    Viel Spaß und Erfolg!
    Sandra und Stefan Kemser

     

     

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